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Auch mit Kulas: BBC Montabaur vergibt ersten Matchball

Auch mit Kulas: BBC Montabaur vergibt ersten Matchball

200 Zuschauer, zwei lautstarke, mit Trommeln ausgestattete Fanlager, großartige Stimmung auf der Tribüne: Es war ein würdiger Rahmen für das Spitzenspiel der Basketball-Oberliga, zu dem Tabellenführer BBC Montabaur am Samstagabend beim einzigen verbliebenen Verfolger, dem ASC Mainz II, antrat. Beide Mannschaften erwiesen sich des Ambientes als würdig und boten den Besuchern ein Duell auf einem Niveau, wie man es selbst ein bis zwei Ligen höher nicht regelmäßig zu sehen bekommt, dessen Ausgang allerdings für Enttäuschung bei den Gästen sorgte: Die Westerwälder verloren mit 83:92 (59:61, 33:46, 18:17) – und damit ist die Entscheidung im Titel- und Aufstiegskampf vertagt. „Aber wir sind immer noch Erster und haben es selbst in der Hand“, betonte Trainer Marcel Kastor.

WWZ 2018 02 26 p
Foto: Bernd Essling
31 Punkte steuerte Neuzugang Joshua Deon Turner in Mainz bei, gereicht hat das aber nicht. Sein BBC Montabaur unterlag mit 83:92.

Dass der BBC schon vorige Woche die Abreise seines Topscorers Konor Kulas nach Australien verkündet hatte, erwies sich als verfrüht, brachte die Gastgeber aber nicht in die Bredouille. „Wir sind davon ausgegangen, dass der Gegner ein bisschen tricksen wollte, und haben uns auf beide Amerikaner vorbereitet“, sagte der Mainzer Coach Marc Steinbauer. Seine Defensivstrategie war gezielt auf Kulas und Joshua Turner ausgerichtet – und sie ging auf, auch wenn Turner im Verlauf des dritten Viertels vorübergehend das Spiel an sich riss und eine Wende einzuleiten schien.

Aus den 13 Punkten Rückstand zur Halbzeit machten die Gäste eine 55:53-Führung, von Bestand war diese allerdings nicht. „Wir wollten den Mainzer Vorsprung Schrittchen für Schrittchen wettmachen und hatten dann einen sehr guten Lauf“, sagte Kastor. „Basketball ist nun mal ein Spiel von Läufen, aber leider konnten wir das Momentum nicht auf unserer Seite halten.“

Das lag zum einen daran, dass seine Akteure ihre Gegenspieler zu oft beim Abschluss foulten und ihnen dadurch zu viele Dreipunktespiele ermöglichte. Es hatte zum anderen aber auch damit zu tun, dass es dem ASC gelang, Kulas in der ersten Halbzeit relativ kleinzuhalten und in der zweiten Halbzeit weitgehend aus dem Spiel zu nehmen. Vor der Pause zeichnete dafür vor allem der 18-Jährige Lukas Scheder verantwortlich, nach dem Seitenwechsel nahm sich Henning Fritzen, vorige Saison zu einem der besten Center in der Ersten Regionalliga avanciert, dieser Aufgabe an.

„Die Mainzer haben sehr gut und physisch gegen Konor gespielt“, zollte Kastor dem Gegner für dessen Verteidigungsleistung ein Lob. „Sie haben ihn zugemacht, bevor er in Position gehen konnte. Aber es liegt nie an einem einzelnen Spieler, sondern immer an der Mannschaft, ob man ein solches Ding gewinnt oder verliert. “

Unter diesem Aspekt war freilich von Beginn an eine gewisse Schieflage zu erkennen: Der BBC verbuchte einige spektakuläre Aktionen, etwa Turners Coast-to-Coast-Lauf samt Dunking gegen Ende des zweiten Viertels. Den schöneren, weil mannschaftlich geschlosseneren Basketball aber spielten die Rheinhessen. Am Ende war es ein Sieg des besseren Teams gegen eine Mannschaft, die zu sehr von ihren Individualisten lebte, um es kompensieren zu können, dass ihr normalerweise wichtigster Schütze abgemeldet war. Auch die größere Leidenschaft mochte eine Rolle spielen. „Ich wollte die Jungs nicht zu heiß machen, weil ich Angst hatte, sie könnten vor der tollen Kulisse überpacen“, sagte ASC-Trainer Steinbauer. „Deshalb habe ich vor dem Spiel gar nicht viel gesagt, sondern ihnen nur zehnmal auf Video die Szene gezeigt, in der wir in Montabaur per Buzzerbeater verloren haben. Das hat gereicht. Danach sind sie gerannt wie die Wahnsinnigen.“

BBC Montabaur: Andro, Busch, Chojnowski (8), Jaehnke (4), Kloos (2), Kulas (20), Kus, Neeb, Turner (31), Vogt, Weigel (18), Welge.